Mittelschleifer

Wer schon bei den einzelnen Triebfahrzeugen vorbeigeschaut hat, weiß, dass ich durch Punktkontakte und Schleifer den Strom zu den Loks führe. Die Wahl des Systems war vor etlichen Jahren nicht besonders schwer. Als es noch in jedem größeren Ort ein kleineres Modellbahngeschäft gab, bzw. ein Spielwarenladen eine Modellbahnabteilung besaß, war die Auswahl oftmals auf einen Hersteller begrenzt. Diesem Umstand, meiner Unerfahrenheit als Modellbahnneuling und die begrenzte Beschaffung von Informationen aus einer Modellbahnzeitschrift - das Internet war noch weit von seinem Siegeszug entfernt - führte zum Kauf meiner ersten Märklin Bahn. Ungeachtet der Fahreigenschaften und auch Detaillierung wurde weiter ausgebaut und irgendwann auch Fahrzeuge der Konkurrenzunternehmen interessiert betrachtet und nach Möglichkeiten des Einatzes auf meiner Bahn untersucht. Die Fahrzeuge gefielen mir immer besser, so dass vieles mit einem Mittelschleifer versehen wurde. Heute findet sich kein Fahrzeug des eingangs erwähnten Herstellers mehr auf meiner Bahn.

Ich wechselte von den Metall- zu den K-Gleisen und später zum Conrad / Ade Modellgleis mit selbstgebautem Mittelleiter. Es erfolgte kein Umstieg auf das Zweileiter-System, da ich meinen Fuhrpark nicht zurückbauen wollte. Heute werden schon viele Modelle für das Mittellleitersystem angeboten, bzw sind wie bei den neuen Piko-Modellen Zweileiterfahrzeuge schon mit Aussparungen für einen Schleifer vorgesehen. Hier ist der Einbau eines Schleifers sehr einfach und soll auch nicht Gegenstand der Bauvorschläge sein. Vielmehr möchte ich die schwierigen Fälle vorstellen, Fahrzeuge die nicht auf den ersten Blick für den Einsatz auf Mittellleitergleisen tauglich sind.

Grundsätzlich sind zwei Fragen für die Einrüstung zu beantworten:

1. Ist unter dem Triebfahrzeug ausreichend Platz für einen Schleifer, damit er ungehindert über die kritischen Stellen an den Weichen (hier: Schienenstück zwischen Zungen und Herzstück) gleiten kann?

und 2. Welcher Schleifer passt unter das Drehgestell bzw. unter den Lokrahmen?

Hier muss maches mal auch probiert und korrigiert werden, damit nicht der Schleifer Fahrprobleme in Form eines Kurzschlusses oder Auffahren  auf den Weichen verursacht.

Beim ersten Beispiel, einer Lok der DR V100 von Roco, ist unter den Drehgestellen nur sehr wenig Platz für die Montage eines Schleifers; ein handelsüblicher ohne Bearbeitung scheidet somit aus. Neu gebaut wurde die Halteplatte aus dünnem schwarzen Bastelkarton, der entsprechend eingeschnitten die Haltenasen des Schleifers (Ersatzteil 7164 von Märklin) aufnimmt. Die Bodenplatte des Drehgestells wird abgeschraubt und mit einer Metallfeile nur soviel Material abgenommen, dass kein zusätzliches Loch in den Aussparungen für die Antriebszahnräder entsteht.

Die neue Halteplatte wird mit Zweikomponentenkleber auf die Bodenplatte geklebt.

Wichtiger Hinweis: damit die Haltenasen des Schleifers nicht durch die Metallbodenplatte einen Kurzschluss verursachen, sollte ein zusätzliches Stück Papier als Zwischenlage eingeklebt werden. 

Mit Druck und einem mit Tesafilm umwickelten Holzstückchen geklammert kann der Kleber je nach Aushärtezeit in Ruhe trocknen. Der Tesafilm verhindert, dass das Holzstückchen durch hervorquellenden Leim an dem Bastelkarton kleben bleibt. An den Seiten überschüssiger Kleber kann einfach mit einem scharfen Cutter abgeschnitten werden. Die Bodenplatte mit der angeklebten Schleiferfeder kann nun wieder unter das Drehgestell geschraubt werden. 

Nun wenden wir uns dem eigentlichen Schleiferstück zu. Das Original scheidet wegen seiner lauten Geräuschentwicklung und hier zudem wegen seiner Dicke aus. Aus einer 0,2mmm starken Federbronzeblechplatte (z.B. beziehbar als Phosphorbronzeblech bei Völkner) schneide ich Streifen mit einer Haushaltsschere ab und forme sie nach den Originalmaßen. Eine feine Feile rundet die scharfen beim Schneiden entstehenden Kanten ab.

Da es sich bei der DR V100 um eine Drehgestelllok handelt, habe ich hier gleich zwei Schleifer, unter jedem Drehgestell eins, verbaut. Es fehlt noch das Kabel vom Schleifer zur Platine  - vorbeigeführt am Drehgestell ins Innere der Lok - und die Änderung der Verdrahtung auf der Platine. Alle Anschlüsse von den Radschleifern bilden jetzt eine und die von den Schleifern die andere Zuleitung zum Decoder bzw. Motor (bei analogen Lokomotiven). Vor dem Test ist unbedingt die geänderte Verdrahtung mit einem Multimeter auf Kurzschlüsse zu prüfen. Dank der guten Stromabnahme hat die Lok die Testfahrt mit Bravour bestanden.

 

Die Festigkeit ist trotz Tausch der kleinen Pertinaxplatte mit einfachem Karton erstaunlich gut. 

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